Das Berliner Original

Archive for the ‘Texte’ Category

Wo bleibt Paris Hilton?

In Texte on Juni 12, 2017 at 8:48 am

Lese-Überarbeitung eines Artikels für die Januarausgabe 2008 der Prenzelberger Ansichten

Rolf Gänsrich am 19.12.07

Mitte Dezember 2007. Edelhu… ähm … Edelhüpfer Paris Hilton ist in Berlin. Macht wohl Werbung für einen Prosecco in der Dose. Frage mich, für welche, und überlege, wo man sie wohl treffen kann? Klar, Kollwitzplatz! Anspruchsvolle Kultur ist da nicht mehr, Drogen gibt’s im U-Bf. Senefelder, Spielplatz ist da, einen Club gibt’s in der Königstadtbrauerei und teuer ist’s um den Kolle auch, seit Bill Clinton einst mit Gerhard Schröder …. Passt also!

Warte in der Kollwitzstraße 37. Dort ist ein „rauchfreier“, pädagogisch angeleiteter Abenteuer-Spielplatz.

Sachspenden werden gesucht.

Ich suche Paris Hilton. Studiere weiteres Plakat und stelle fest, dass auf dem Gelände dieses Spielplatzes auch noch Theater gemacht wird. Spielen sogar regelmäßig.

Bemerke, dass es im Prenzlauer Berg immer mehr kleine, aggressive, schicke Autochens gibt, aus denen ja mal Paris Hilton steigen könnte. Früher war der Kollwitzplatz einst ein Eldorado für „Schrott-Möhren“, heute stehen Mini-Cooper, Porsche, Daimler-Caprio, BMWchen herum, und wer von den letzten Eingeborenen mal selbst irgendwo sinnlos herum steht, zum Beispiel weil er auf Paris Hilton wartet, wird sofort angehupt, angerempelt, über die Füße gefahren, angebläkt: „Eh, kannste nicht woanders betteln?“

Sie kommt nicht her! Klar! Auf schöne Frauen muss man warten. Also neuer Versuch und weiter zur Königstadtbrauerei. Den Rest des Beitrags lesen »

Rede beim Black International Cinema am 12.5.2017

In Texte on Mai 16, 2017 at 1:28 pm

Text für BIC

Rolf Gänsrich 22. + 24. + 27. + 28.3.2017 *

Warum ist es oft nicht gerecht genug in unserer Gesellschaft?

Vielleicht weil sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren?

Das schöne, angenehme am Ehrenamt ist, dass man auf Gleichgesinnte trifft. Im freiwilligen Ehrenamt trifft man auf Menschen, die einen ähnlichen Draht haben, wie man selber. Somit „funkt“ man schon auf derselben Frequenz. Außerdem kann man jederzeit aussteigen.

Deshalb geht man im Ehrenamt freundlicher, leidenschaftlicher, ehrlicher, netter miteinander um, denn wie gesagt, man kann auch gehen.

 

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Wie ich zum Radio kam – Teil 5

In Texte on März 13, 2017 at 10:57 am

Musikcassetten waren in der DDR richtig teuer. Für 60 min zahlte man 20 Mark, bei einem Durchschnittsverdienst von 3,50 Mark pro Stunde.20 Mark waren damals mein Taschengeld für einen Monat. Aber die Verwandtschaft aus dem Westen brachte mir immer mal eine Leercassette mit.

Im September 78 begann ich nicht nur meine Lehrausbildung zum Facharbeiterberuf „Wirtschaftskaufmann“ sondern auch meine erste eigene regelmäßige Sendung.

Einmal pro Monat bastelte ich mit einem Handmikro und einem alten Plattenspieler eine 60-min-Sendung auf Cassette zusammen. Die ließ ich dann im Kumpelskreis rotieren und wenn ich sie nach etwa zwei Wochen wieder zurück bekam, bastelte ich erneut.

Die Sendung hieß, sinniger Weise an meinen Nachnamen angelehnt, „a Ganther-Production“.

Im März 79 kaufte ich ein gebrauchtes Mono-Tonbandgerät, ein „ZK 120 T“ aus Polen. Tonbänder waren auch viel billiger. Ein 2-Stunden-Band kostete nur etwa 14 Mark. Den Rest des Beitrags lesen »

Wie ich zum Radio kam – Teil 4

In Texte on Oktober 10, 2016 at 10:52 am

Nach unserer Jugendweihe im April 76 gründeten wir Kumpels eine eigene Schulband. Ich hatte keine Geduld darin, Griffe und Noten für die Gitarre zu lernen und spielte statt dessen ein reichlich rumpligesSchlagzeug. Drei Auftritte hatten wir in den noch verbleibenden zwei Schuljahren. Bei einem Stück durfte ich selbst die Lead-Stimme singen, „Stand by me“ in der Version von John Lennon. Den Rest des Beitrags lesen »

Wie ich zum Radio kam – Teil 3

In Texte on August 22, 2016 at 10:41 am

Ein einschneidendes Erlebnis hatte ich 1973. Das ZDF brachte den Beatles-Film „a hard day’s night“!

Wow!

So möchte ich auch mal von den Mädchen angejubelt werden, dachte ich mir. Seitdem bin ich Beatles-Fan!

Ich begann nun auch schon ein wenig zu pupertieren.

Anfang 1974 erzählte mir Carsten, dass der Typ, der beim Rias immer jeden Samstag diese Oldies- und Witze-Sendung macht, der Lord Knud, dass man den auch jeden Montag und Freitag von 20 – 21.30 beim Rias mit einer Hitparade hören könne. Die Sendung hieße „Schlager der Woche“! Den Rest des Beitrags lesen »

Wie ich zum Radio kam – Teil 2

In Texte on August 8, 2016 at 9:42 am

Ich bin ein Alt-68er! Im Juni 68 zogen wir innerhalb Hohenschönhausens aus einer Ein-Raum-Mit-Wohnküche-Altbau-Bude in eine wunderschöne, gerade erst fertig gestellte, Drei-Zimmer-Neubauwohnung mit Bad und Warmwasser, aber noch mit Ofenheizung um. Da sie es anbot, durfte ich von da an bei der alten, gehbehinderten Rentnerin aus der Wohnung im Hausflur gegenüber jeden Freitag nach dem Baden das Sandmännchen im Fernsehen sehen.

Am 1.September 1968 wurde ich eingeschult. Den Rest des Beitrags lesen »

Wie ich zum Radio kam – Teil 1

In Texte on Juli 18, 2016 at 5:41 pm

Eine kurze Abhandlung von Rolf Gänsrich

26. – 29.11.2010

Ich lade mir ja in meine kleine Hörfunkreihe „O.K.beat“ bei „alex“, dem einstigen „Offenen Kanal Berlin“, immer wieder neue Gäste in die Sendung ein, um mich mit denen dann vor dem Mikrophon in aller Öffentlichkeit zu unterhalten.

Viele dieser Leute sind dann total begeistert, … von der Einrichtung „alex“ an sich, aber auch vom Medium „Radio“ insbesondere.Und dann melden sie sich dort im Hause an und wollen dann auch unbedingt und wirklich Radio machen. Die meisten dieser Leute geben dort aber nach einiger Zeit, manchmal nach sechs Monaten, manchmal erst nach zehn Jahren, wieder auf.

Ich denke, man muss von einer Sache total besessen sein, um sie wenigstens halbwegs ordentlich zu machen …. und auch um sie selbst bei anfänglichen, langjährigen Misserfolgen oder bei Jahre langer Ignoranz durch andere, dennoch weiter zu machen, um Durststrecken zu überstehen. Den Rest des Beitrags lesen »

Wie ich zu Roland Kaiser wurde

In Texte on Juli 4, 2016 at 5:01 pm

Rolf Gänsrich am 25.12.2010 für die Schlagernächte von „Pommes rot – weiß“

…………………..

Dezember 1982 – kurz vor Weihnachten.

In der HO-Kaufhalle Franz-Jacob-Straße, direkt am S-Bf. Storkower Straße stehe ich, als einundzwanzigjähriger Bengel in meiner Funktion als „1.Fachverkäufer Obst-Gemüse“ hinter einem Packtisch im Eingangsbereich und verkaufe spanische Orangen, diese echten Nabelorangen.

Um mich herum stehen fünf Europaletten, brusthoch mit Orangenkisten beladen. Zwei Lehrlinge hinter mir befüllen große Papiertüten mit diesen Orangen und stellen diese Den Rest des Beitrags lesen »

Wie das Arschloch zum Boss wurde

In Texte on Mai 23, 2016 at 9:12 am

Verfasser unbekannt

Als der Körper erschaffen wurde, wollten alle Körperteile Boß sein.

Das Gehirn sprach: Da ich alle Teile kontrolliere und für sie denke, ohne mich nichts Vernünftiges herauskommt, muß ich der Boss sein!

Die Beine sagten: Da wir den Menschen dorthin tragen, wo er hin will und das ausführen, was das Gehirn ihm eingibt, wollen wir der Boß sein!

Die Augen sprachen: Da wir auf euch achtgeben und auch warnen,

wenn Gefahr droht, wollen wir der Boß sein!

Das Herz pochte: „Oh nein! Oh nein!“ „ich bin der Motor des Ganzen, ohne mich gibt es kein Leben, daher sollte ich der Chef sein!“ Den Rest des Beitrags lesen »

Warum Männer nicht gerne Hosen kaufen

In Texte on Mai 9, 2016 at 9:00 am

Rolf Gänsrich 27.4.2016

… aus einer Antwort bei Facebook für Diana Giannone …

Dass wir Männer eine besonders empfindliche Spezies sind, hab ich ja schon einmal in meinem Text „der kranke Mann“ erläutert.

Nichts geht dann über die im Alkohhol gelösten Vitamine eines Rumtopfs und die streichelnden Hände einer sinnlichen Frau, … bevor wir sterben.

Wir prügeln uns in Anwesenheit unserer Angebeteten mit Kerlen, die mindestens einen halben Kopf größer sind, als wir selbst, genau so lange, bis die Gute außer Sichtweite ist. Dann bieten wir dem Gegenüber ein Bier an und lästern gemeinsam über „Weiber“.

Richtige Männer, also wirklich richtige Männer, lassen die fünf Frauen mit ihren Kinderwagen auch noch bei Rot über die Fußgängerampel am Kollwitzplatz schlendern und sie gewähren dem Rentier mit dem Hut, der später den Verkehr behindern wird, auch die Vorfahrt. Den Rest des Beitrags lesen »