Das Berliner Original

Rede beim Black International Cinema am 12.5.2017

In Texte on Mai 16, 2017 at 1:28 pm

Text für BIC

Rolf Gänsrich 22. + 24. + 27. + 28.3.2017 *

Warum ist es oft nicht gerecht genug in unserer Gesellschaft?

Vielleicht weil sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren?

Das schöne, angenehme am Ehrenamt ist, dass man auf Gleichgesinnte trifft. Im freiwilligen Ehrenamt trifft man auf Menschen, die einen ähnlichen Draht haben, wie man selber. Somit „funkt“ man schon auf derselben Frequenz. Außerdem kann man jederzeit aussteigen.

Deshalb geht man im Ehrenamt freundlicher, leidenschaftlicher, ehrlicher, netter miteinander um, denn wie gesagt, man kann auch gehen.

 

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Nach der politischen Wende in der DDR, die einen Verlauf nahm, den ich mir zwar damals wünschte, der mit aber einfach einen Ticken zu schnell war, ich war schon in der DDR ehrenamtlich aktiv, brauchte es bis 1994, bevor ich mich wieder gesellschaftlich und politisch engagierte.

Streik!

Die Erkenntnis damals: Niemand wird je für mich auf die Straße gehen, um sich für mich für mehr Lohn, oder bessere soziale Bedingungen in der Firma oder in der Gesellschaft einzusetzen, also muss ich das logischer Weise selber tun und meinen Arsch bewegen.

Gesagt, getan.

Aber selbst wenn man sich engagiert, merkt man im Laufe der Jahre, dass viele Vereine oder Bürgerinitiativen an folgenden Dingen kränkeln: Zum einen zerlegen sie sich oft über einen kürzeren oder längeren Zeitraum von selbst, weil man sich vielleicht nur auf ein Problem konzentriert hatte und wenn dieses Problem erledigt ist, hat sich auch die Initiative erledigt. Ging es zum Beispiel um die Erhaltung eines Naturdenkmals und dessen Erhalt ist auf absehbare Zeit gesichert, zerfällt diese Initiative wieder, weil man weiter keine anderen Gemeinsamkeiten hat.

Oder es bilden sich zwei oder mehrere Interessensgruppen heraus, jede mit einem starken Anführer, die dann auseinder streben. Oft hängen solche Vereine, Initiativen aber auch an nur einer einzigen Person und wenn diese Person mal den Schnupfen hat, hat der ganze Verein den Schnupfen und nichts geht mehr.

Es gibt aber auch Zusammenschlüsse von Menschen, die schon sehr, sehr lange existieren. Nach meinen positiven Erfahrungen mit Initiativen und Vereinen schaute ich mich vor zwei Jahren nach etwas Längerfristigem um. Religionsgemeinschaften existieren schon sehr lange, aber ich bin atheistisch erzogen. Auch Parteien existieren oft lange, sehr lange.

Tot gesagte, leben länger!

Dabei befasste ich mich intensiv mit Programminhalten und Arbeitsschwerpunkten der verschiedenen Parteien. Ich sah mir auch die Leute, ihre Vertreter auf der Straße an. Dabei stellte ich fest, für die Grünen bin ich zu links, für die Linken bin ich zu grün.

Welche Partei passt also am besten zu mir?

Richtig, die SPD, denn die vereint alles.

Seit zwei Jahren bin ich, nun erst, Sozialdemokrat und ich muss aus den Erfahrungen im letzten Wahlkampf und aus denen des beginnenden neuen Wahlkampfes einfach mal eine Lanze für die deutsche Sozialdemokratie brechen!

Ich habe in meiner Partei noch nie irgendwo ein echtes Arschloch kennen gelernt! Im Gegenteil, bin ich bisher ausschließlich auf Menschen getroffen, die unsere Welt besser, sozialer, gerechter machen wollen, auf Menschen mit der gleichen Antenne, denen ich jedem einzelnen mein Leben anvertrauen würde.

Man kann die Welt durch Ehrenämter positiv verändern!

Sicherlich machen Menschen, machen Parteien, die besteht ja aus Menschen, auch mal Fehler, die dann erst wieder mühsam korrigiert werden müssen, vieles ist oft langwierig, imnmer ist alles mit Kompromissen verbunden, mit Mehrheiten beschaffen.

Dabei hab ich außerdem gelernt, dass die sogenannte „Schwarmintelligenz“ immer den besten Weg findet, immer die beste Idee befördert. Aber dazu muss man sich selbst mit Gleichgesinnten verbünden, man muss sich selbst zurück mehmen können und man kann nicht, wie beim Kartenspiel, alleine den „Durchmarsch“ machen und den Egotripp fahren, wie zum Beispiel ein mittlerweile wohl höchst unbeliebter Präsident eines hier nicht genannt sein wollenden Staates auf dem amerikanischen Kontinent, und wir wissen wohl alle, wen ich hier meine. >>> Donny! <<<

Die Gesellschaft positiv verändern, gerechter gestalten, kann man nicht, indem man am Stammtisch stundenlang meckert, die Supermarktkassiererin unflätig beschimpft, Bomben baut oder indem man auf das Trennende zwischen den Menschen pocht, wie es beispielsweise derzeit eine angebliche „Alternative“ macht, die in Wirklichkeit ja gar keine ist, weil sie die Leute auseinander dividiert und gegenseitigen Hass säht.

Aber man kann mit dem eigenen Leben als positivem Beispiel voran gehen und sich in Vereinen, Initiativen oder Parteien betätigen, die die Welt wirklich gerechter, positiver gestalten wollen, denn nur das funktionert auf Dauer!

Jedoch als „Karteileiche“ alleine zu hause zu sitzen und zu sagen „naja, ich wähle sie ja auch“, bringt leider nichts. Man muss sich schon selber bewegen, engagieren.

Nur durch mein direktes Engagement im Wahlkampf im letzten Jahr hab ich ganz viele positive Erfahrungen auf der Straße in Prenzlauer Berg und Mitte gemacht, im beginnenden Bundestags-Wahlkampf jetzt passiert das gleiche mit unseren Sozialdemokraten aus Friedrichshain und Kreuzberg.

Das verändert mich selbst postiv und diese daraus gewonnene positive Kraft investiere ich wiederum in die Gesellschaft.

Daran und aus den Einladungen an Politiker fast aller Parteien in meine Hörfunksendung OKbeat bei alex-radio auf 91,0 hab ich aber auch gemerkt, dass man mit engagierten Menschen, so unterschiedlich ihre politischen Ansätze manchmal auch sein mögen, immer irgendeinen Konsenz in der Zusammenarbeit findet.

In Sachfragen kann man als linker Sozialdemokrat selbst mit Christdemokraten, grünen Fanatikern oder eingefleischten Linken immer auf irgendeiner Basis vernünftig zusammenarbeiten.

In Zeiten mit so vielen negativen Einflüssen, ist es genau das, was wir als Sozialdemokraten dem Rechtspopulismus an Positivem entgegensetzen: Zusammenhalt und Gerechtigkeit!

Ja, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Gerechtigkeit sind der Kitt unserer Gemeinschaft. Wenn das nicht mehr ist, fliegt uns eines Tages alles, Beispiel Syrien, um die Ohren.

Zusammenhalt und Gerechtigkeit, dafür stehe ich als Sozialdemokrat jetzt auch im Bundestags-Wahlkampf für unsere Direktkandidaten auf der Straße.

Nur persönliches Engagement ändert etwas zum Positiven in dieser Gesellschaft.

……………….

* (Danke an Dr. Clara West, MdA, fürs „mal drüberschauen“ nach sachlichen und inhaltlichen Fehlern – sie fand keine – und für ihr konstruktives Feedback)

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