Das Berliner Original

verschmähte Liebe

In Texte on November 9, 2015 at 12:12 pm

Rolf Gänsrich am 10./12.5./18.6.07

Immer wenn ich eine Frau interessant finde, baggere ich sie an. Da ich nie eine Frau habe, baggere ich dementsprechend sehr viel. Das endet dann immer damit, dass entweder ich von ihr vertrieben werde, wir unsere Triebe nur mal sehr kurz ausleben, meist aber vertreibe ich sie.

Stimme verstellen

Sie: Du liebst mich nicht, du liebst mich nicht! Ich bin doch nur ein Abenteuer für dich!

Oder

Stimme verstellen

Sie: Ich lieb dich nicht, ich lieb dich nicht! Du wärst doch nur ein Abenteuer für mich!

Dennoch habe ich einige Freundinnen, mit denen ich, über die Anbagger-Phase hinaus, dennoch ein guter Kumpel geblieben bin.

Von denen rede ich heute nicht!

Ich flirte gern, schaue auch mal tief in die Augen, aber ich weiß, wenn ich eine wieder richtig anbaggere, vergraule ich sie. Diese Tatsache brachte mich jüngst auf die boshafte Idee, meine Chefin an zu baggern. Zu verlieren hatte ich, außer einem schlecht bezahlten Job, in dem ich nicht wirklich aufging, eh nichts. Mein Gedanke war der: Wenn ich sie anbaggere und nicht vertreibe, hab ich halt’ne tolle Bettmaus! Baggere ich sie an und vergraule sie damit, bin ich auf elegantem Wege meinen Job los und komme vielleicht in eine Abteilung, die besser zu mir passt.

So mein Gedankengang!

Aber ich hatte nicht mit der Raffinesse meiner Chefin Sylvia gerechnet! Sylvia war mir immer wenigstens einen Schritt voraus!

Ich begann mit anschmachten. Damit konnte sie aber wohl nichts anfangen.

Was guckst’n heut so blööd?“

So war ich es, der verwirrt war.

Dann begann ich sie zu umhegen. Ihren Kaffee machte sie aber plötzlich alleine, sie trank ihn auch nicht mehr mit Milch und Zucker sondern plötzlich schwarz. Meine von zu hause mitgebrachten Sandwiches verschmähte sie auf einmal und teilte sich nicht einmal mehr die Pizza mit mir, und selbst ihren eigenen Arbeitsplatz putzte sie nun gar selbst.

Nun machte ich mich daran sie anzuhimmeln, aber die Gedichte an sie, morgens sorgsam auf ihren Schreibtisch gebettet, landeten im Schredder, die einzelnen roten Rosen warf sie mit den Worten: „Was ist denn das für ein Gemüse?“ in die Biotonne, die Rosenblätter, um ihren Bürostuhl herum, hatte sie aufgesaugt, kaum dass ich sie gestreut hatte und mein herrlich herber Duft des Parfüms des bekannten Modedesigners wurde mit den Worten abgetan: „Ihh-gitt! Männerschweiß! Auf sowas steh ich nun garnicht!“

Geändert hatte sich an unserer Beziehung zueinander indes gar nichts. Aber ich gab nicht auf und so schien sie eines schönen Tages, als unsere Handkasse im Büro wieder einmal auf Null und ein Weg zum nächsten Kopiershop anstand, doch weich zu werden. Ihr Augenaufschlag und ihr Blick trafen mich ins Herz, als sie mich fragte: „Kannst du mal die Kopierkosten verauslagen?“ Ich hauchte ein „Ja.“ …. und verschluckte ein „Liebste!“

In den folgenden Wochen verauslagte ich ständig die Kopierkosten und als bereits das hübsche Sümmchen von gut 500 €uro zusammengekommen war, das sie mir nun schuldete, dachte ich, sie wäre bereit für den nächsten Schritt. Ich lud sie ein!

Verstellte Stimmen:

ER: „Wollen wir nicht mal nach Feierabend einen Kaffee trinken?“

SIE: „Ich trinke keinen Kaffee!“

ER: „Vielleicht ein Glas Wein!“

SIE: „Du weißt doch, dass ich nie Alkohol NACH der Arbeitszeit trinke!“

ER: „Wir könnten ja auch einfach nur so in einen Park gehen!“

SIE: „Da sind aber zu viele Bäume!“

ER: „Dann lass uns doch einen Schaufensterbummel machen.“

SIE: „Nöö, weißt du, Straßen sind immer so staubig.“

ER: „Na dann vielleicht in die Kaufhauspassagen?“

SIE: „In Einkaufs-Zentren sind mir immer zu viele Leute. Vielleicht gehen wir besser dahin, wo es etwas schattig und ein wenig luftig ist?“

ER: „Dann lass uns doch in einen Park gehen!“

SIE: „Da ist aber so viel Gras und auf Pollen bin ich allergisch.“

Wir landeten schließlich in ihrem Bett. Vier Wochen später heirateten wir. Sie hat mich nun gut unter Kontrolle, Nachts bei uns im Bett, am Tage in der Firma! Laut Ehevertrag schuldet sie mir noch immer gut 500 €uro, aber zum kopieren schickt sie mich nicht mehr, denn das ginge dann ja von unserem gemeinsamen Konto ab.

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